Junge Musik aus Niederösterreich: SALAMIRECORDER

Der 18-jährige St. Pöltner Nachwuchskünstler im Interview + WordRap.

In den letzten Jahren hat sich Niederösterreichs Landeshauptstadt St. Pölten mehr und mehr zum heimlichen Musikhotspot für junge Musiker entwickelt. Lokale Nachwuchskünstler:innen bekommen in regelmäßigen Abständen die Chance auf Bühnen und Festivals der Stadt aufzutreten und so ihr musikalisches Talent unter Beweis zu stellen.

Mittendrin statt nur dabei ist der 18-jährige Felix Schnabl aka Salamirecorder. Sein unverkennbarer Gitarrensound erinnert stark an den Ursprung des Punk Rocks aus den 1960ern, sein Style mit Vokuhila und Minimoustache an so manch berühmten Fußballer aus den 1980ern.

Aber wer ist Salamirecorder eigentlich und was steckt hinter dem so sympathischen Jungmusiker aus St. Pölten? Wir haben nachgefragt …

 

Felix, wie bist du zu deiner Musik und deinem Style gekommen – ist das alles Zufall oder stecken bewusst gewählte Einflüsse dahinter?
Salamirecorder: Grundsätzlich ist es schon Zufall. Ich habe niemanden, den ich nachahmen möchte und es steckt auch kein Marketingkonzept hinter Salamirecorder. Das mit der Frisur hat sich einfach ergeben, weil ich mir die Haare im Lockdown selbst geschnitten habe. Musikalisch lasse ich mich gerne von Garagen Bands der 1960er inspirieren. Am Ende des Tages ist Salamirecorder aber keine Kopie, sondern ein St. Pöltner Original, der seine Musik wie auch seinen Haarschnitt selbst macht (lacht). Das ist einfach meine Art.

Du sprichst von Garagen Bands aus den 1960ern. Welche Künstler haben dich aus dieser Zeit besonders beeindruckt und wie bist du überhaupt auf diese Musik gestoßen?
Salamirecorder: Da gibt es viele großartige Bands, wie etwa “Pebbles” oder “Back From The Grave”. Bei uns zu Hause wurden sehr viele verschiedene Richtungen, vor allem im Independent-Musik-Bereich, gehört. Ich war also schon in jungen Jahren mit jeder Menge unterschiedlichen Gitarrenklängen konfrontiert.

In welchem Alter hast du begonnen Musik zu machen?
Salamirecorder: Ich war ungefähr elf Jahre alt, als ich mir die Gitarre vom Papa genommen und einfach versucht habe, darauf zu spielen. Die Liebe zur Musik war aber schon von klein auf da. Mein Vater hat selbst in Bands gespielt und ich bin quasi zwischen Schallplatten, Konzertbesuchen und Musikvideos groß geworden. Bereits mit neun Jahren habe ich mit dem Skateboardfahren begonnen und dadurch auch die Punkmusik näher kennen- und liebengelernt.

Hast du dir das Gitarrespielen selbst beigebracht?
Salamirecorder: Ja, ganz alleine. Learning by doing (lacht). So habe ich mir auch das Schlagzeug- und Bassspielen beigebracht.

Wann hast du für dich die Entscheidung getroffen, Musiker werden zu wollen? 
Salamirecoder: Da war ich ungefähr 14 Jahre alt. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich mir im Skatepark vorgestellt habe einmal eine Band zu gründen, auf der Bühne zu stehen und eine Rampensau zu sein. So wie Jack Black im Film „School of Rock“, der mir zum ersten Mal schon als Baby vorgespielt wurde.

Salamirecorder ist eine One-Man-Band – mit Absicht?
Salamiecorder: Ja, nachdem meine alte und gleichzeitig erste Teenage-Band „SCURF“ aufgehört hat, blieb mir nichts anderes über, als ein Soloprojekt zu starten. Ich wollte unbedingt mit der Musik weitermachen. Daraus ist dann Salamirecorder entstanden. Für die Zukunft plane ich aber wieder mit einer Backing-Band (= Begleitband, Anm.) – weil‘s einfach chilliger ist, gemeinsam mit Freunden auf der Bühne zu stehen und Spaß zu haben.

Wie bist du eigentlich auf den Namen „Salamirecorder“ gekommen?
Slalamirecorder: Ich hatte bereits einen Youtube-Kanal mit dem Namen „Felicis Salami Record“ auf Youtube. Aus diesem Account heraus hat sich dann der sehr eingängige Name „Salamirecorder“ entwickelt. Der Name klingt einfach gut und bleibt im Kopf hängen (lacht).

Ist Felix Schnabl gleich Salamirecoreder oder ist Salamirecorder eine von dir geschaffene Kunstform, in der du dich und deine Musik ausleben kannst?
Salamirecorder: Ich würde schon sagen, dass Felix und Salamirecorder sehr tight (= eng/fest, Anm.) zusammen sind. Das sind mehrheitlich ein und dieselben Charaktere und keine vorgespielten Figuren. Nachsatz: Wenngleich Salamirecorder mehr Rampensau ist als Felix (lacht).

Wie würdest du deine Musik beschreiben?
Salamirecorder: Ein Mix aus Surf, ‘60er Jahre und analog.

Wagen wir einen Blick in die Zukunft – wohin soll die Reise von Salamirecorder führen? 
Salamirecorder: Mein großer Traum wäre natürlich auf Tour zu gehen und einen Vertrag bei einem Label zu bekommen.

Was empfiehlst du jungen Menschen, die selbst Musiker:in werden wollen?
Salamirecorder: Man muss sich darüber bewusst sein, dass es sehr schwer ist, nur vom Musikmachen zu leben. Aber wenn es Spaß macht und man sich selbst als Person nicht verbiegt, dann soll man unbedingt dranbleiben. Was gibt es denn Schöneres für einen Musiker, als auf der Bühne zu stehen und für sich selbst und sein Publikum zu spielen?!

Einer deiner Songs war letztens auf FM4 im Radio zu hören. Ein gutes Gefühl?
Salamirecorder: Es war irgendwie ein lustiges und leiwandes Gefühl zugleich. Hat mir aber auf jedenfall schwer getaugt (grinst).

Wo gibt es dich sonst noch zu hören?
Salamirecorder: Auf Spotify findet man mich genauso wie im Internet auf www.salamirecorder.bandcamp.com oder einfach via Social Media (Insta, Facebook) anschreiben und eine Kassette bestellen.

(Das Interview führte Michael Hairer)

Salamirecorder im WordRap

  • Meine erste gekaufte Platte/CD war? Jimi Hendrix – The Band of Gypsys (live Album)
  • Auf meiner Playlist läuft? Bass Drum of Death - Nerve Jamming, Sonic Youth -100%, Drop Dead Baby - Ty Segall
  • Mit dieser Band würde ich gerne einmal spielen? LOS TONES (= Garage Band aus Australien, Anm.)
  • Mein größtes Highlight als Musiker bisher? Dass meine Nummer im Radio gespielt wurde + mein erstes Konzert im Tunnel-Cafe in Wien nach dem ersten Lockdown – es war voll viel los und die Leute haben eine super Stimmung gemacht.
  • In meinem Kühlschrank findet sich immer? Fertige, aber noch nicht entwickelte, analoge Filme … und Milch.
  • Musik ist für mich? Ein ganz wichtiger Teil des Lebens und Überlebens.
  • Heute in zehn Jahren? Werde ich an diese Frage zurückdenken und mich daran erinnern, wie gemütlich das Sitzen auf dem Sessel in der Jugend:info NÖ war.
  • Salamirecorder in drei Worten? Loud. Rad(ical). Rock’n’roll.

     

Zur Person

Name: Felix Schnabl

Alter: 18 Jahre

Wohnort: St. Pölten

Alben: „medicine“ (2021), „S/T“ (2020)